| Kategorie: | Seminar |
Chile befindet sich im politischen Umbruch. Die historischen Massenproteste gegen das neoliberale System, für mehr soziale Gerechtigkeit und für eine neue Verfassung haben mit dem Verfassungsreferendum bereits einen Etappenerfolg erzielt. Nun steht das Land vor einer entscheidenden Richtungswahl: Bei der Präsidentschaftswahl am 21.11. erhielt der extrem rechte Kandidat José Antonio Kast - ein Anhänger des rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro - 27,91% der Stimmen, der linke Kandidat Gabriel Boric kam auf 25,83%. Beide treten am 19. Dezember in einer Stichwahl gegeneinander an. Bei den Senatswahlen erhielt das Parteienbündnis Chile Podemos aus Mitte-Rechts- und rechtskonservativen Parteien mit 25% bzw. 28% der Stimmen die meisten Sitze, gefolgt von dem linken Parteienbündnis Apruebo Dignidad mit ca. 21% bzw. 20% der Stimmen in der Abgeordnetenkammer bzw. im Senat.
Wie sind die Aussichten für die Stichwahl: Was sind die Gründe für die hohe Zustimmung für einen ultrarechten Kandidaten? Wird die Unterstützung für Gabriel Boric für einen Wahlsieg reichen? Wie wird es nach den Wahlen mit dem Verfassungsprozess weitergehen? Diese und weitere Fragen werden im Seminar thematisiert. Zudem werden wir diskutieren und konkret planen, wie wir von hier aus die fortschrittlichen Kräfte in Chile unterstützen können.
Referent: Pedro Crovetto (Cabildo Chile Ruhr)
Gefördert mit Mitteln des Bundesprogramms Neustart Kultur