China auf dem Weg von einer Regionalmacht zur größten Weltmacht?

Mi 20. März 2024

19:00 Uhr

Kategorie:Vortrag + Diskussion
Raum:Raum 6
China auf dem Weg von einer Regionalmacht zur größten Weltmacht?

Bereits Anfang der 1950 Jahre mit dem Koreakrieg, dem kurzen Grenzkrieg mit Indien 1962 und schließlich dem Angriff der Volksbefreiungsarmee auf Vietnam 1979 hatte die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) das Land zu einer veritablen Regionalmacht gemacht. Nach der Öffnung durch einen fundamentalen Politikwechsel zur kapitalistischen Produktionsweise in den 1980er Jahren ist nun die Wirtschaft Chinas eng verflochten mit dem kapitalistischen Weltmarkt und zur größten Volkswirtschaft nach den USA aufgestiegen.

Ihr Wachstum ist auf weltweite Rohstofflieferung aus Südostasien aber auch Afrika sowie auf weltweite Absatzmärkte angewiesen. Viele Produkte sind von chinesischer Produktion abhängig und neben Investoren aus Südkorea, Japan, Taiwan, USA und anderen Ländern haben auch viele deutsche Konzerne in China Produktionsstätten aufgebaut. Im Gegenzug ist für chinesische Unternehmen Deutschland der größte europäische Investitionsstandort und Handelspartner und ein Ende Handelsroute, die neue „Seidenstraße", endet in Duisburg, am Mittelmeer und in Afrika.

Bis zum Machtantritt Xi Jinpings 2012 hatte die Führung der KPCh nur verhalten ihre Ambitionen zum Aufstieg zu einer Weltmacht artikuliert. Seit einigen Jahren nun verkündet Xi, bis 2049 – zur 100-jährigen Herrschaft der KPCh über China – das Land auf allen Gebieten zur größten und stärksten Macht in der Welt machen zu wollen.

Es sollen einige der zentralen Fragen der Militarisierung der Außenpolitik der KPCh und der wirtschaftlichen Expansion von Unternehmen aus China diskutiert werden:

Das Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarländern, die Taiwan Frage und der Anspruch auf das Südchinesische Meer.
Auslandsinvestitionen Chinesischer Unternehmen in Ländern des globalen Südens und in Europa.
Die Neue Seidenstraße und die Konsequenzen für beteiligte Länder: Entwicklungshilfe oder Rohstoffsicherung und Schaffung neuer Abhängigkeiten.

Das Friedensplenum hat den Sozialwissenschaftler Peter Franke als Referenten eingeladen. Als langjähriger, ehemaliger Mitarbeiter und einst Mitgründer der in den 80er und 90er Jahren in Bochum ansässigen Südostasien Informationsstelle, seiner Organisierung von Austausch und Begegnungen zwischen Arbeitnehmervertretungen aus China und Deutschland im Rahmen des Forum Arbeitswelten und nicht zuletzt aufgrund seiner bi-nationalen Herkunft ist er immer wieder mit dem außenpolitischen Handeln von Akteu:inren aus China konfrontiert worden.

Eine Veranstaltung vom Bochumer Friedensplenum und DFG -VK in Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer.

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