| Kategorie: | Treffen |
| Raum: | Kino-Café |
| Einlasszeit: | 18:00 |
| Ende: | Mo 24. Juni 2024 21:00 |
"Critical Whiteness: eigene (weiße) Privilegien dekonstruieren"
Wer bin ich als Weiße_r? Welche Bilder und Begegnungen haben mich geprägt? Was ist Rassismus und was kann ich dagegen tun?
Jeden dritten Montag im Monat treffen wir uns von 18 bis 20 Uhr, um die Eingebundenheit der eigenen Persönlichkeit in rassistische Denk- und Gefühlsmuster zu erkennen, Mechanismen des Rassismus auch auf struktureller Ebene zu entdecken und Wege zu seiner Verringerung zu finden.
Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Der Eintritt ist frei - eine Anmeldung erforderlich unter: politik[at]bahnhof-langendreer.de
Diesen Monat schauen wir uns den Dokumentarfilm "Der zweite Anschlag" im endstation.kino an.Kameramann Patrick Lohse ist für ein Filmgespräch zu Gast.
Die Parolen der Rechten sind mittlerweile unüberhörbar geworden. Genauso die Gewalt, die sich gegen jene Menschen richtet, die als „fremd" wahrgenommen werden. Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffeund Morde in der Bundesrepublik Deutschland.
Der zweite Anschlag dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenendieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Filmein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phuong Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde.
Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phuong, Ibrahim und Osman eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen,
die ähnliches erlebt haben.
So erhebt auch Gülüstan Ayaz-Avci, deren Partner Ramazan bereits in den 1980ern von Nazis ermordet wurde, ihre Stimme. Ihr Fall zeigt, dass rassistische motivierte Gewalt in Deutschland nicht erst mit der Wiedervereinigung beginnt. Auch Özge Pinar Sarp berichtet von aktuellen Entwicklungen und eröffnet im Film eine migrantische Perspektive auf antifaschistisches Engagement in Deutschland. Als sie vor wenigen Jahren nach Deutschland kam und selbst politisch aktiv wurde, bekam auch sie tief verankerten alltäglichen Rassismus zu spüren.
"Der zweite Anschlag" führt diese Geschichten in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.
Reihe: "Critical Whiteness: Welche Rolle haben wir weiße Menschen im Kampf gegen Rassismus?" gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms Demokratie Leben!
weitere Termine:
Juli und August= Pause
23. September 2024 (4. Montag!!)
21. Oktober 2024
11. November 2024 (2. Montag!!!)
16. Dezember 2024