Der Kuaför aus der Keupstrasse

Mi 3. November 2021

18:00 Uhr

Kategorie:Film
Raum:endstation kino
Einlasszeit: 17:30
Der Kuaför aus der Keupstrasse

Die Initiative „Langendreer/Werne gegen Nazis" zeigt in Kooperation mit der Lessing-Schule vom 25. Oktober bis zum 5. November 2021 in der Lessing-Schule in Langendreer die Ausstellung "Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland", eine Ausstellung, die sich an Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und alle demokratischen Menschen richtet.

Im Zuge dieser Ausstellung findet hier im Bahnhof ein Teil des Begleitprogramms statt. Mit freundlicher Unterstützung des Endstation Kino, zeigen wir den Film "Der Kuaför aus der
Keupstrasse" und freuen uns im Anschluss auf ein Filmgespräch mit Karmen Frankl und Andreas Maus.

Im Mittelpunkt des Films stehen die Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße. Am Nachmittag des 9. Juni 2004 explodierte die Bombe vor dem Geschäft des Frisörs Özcan Yildirim. Schnell wird er in den Augen der ermittelnden Behörden zum potentiellen Täter mit Verbindungen zur Schutzgeld- oder Drogenmafia. Er wird kriminalisiert und mit ihm eine ganze Straße, eine Gemeinschaft mit Migrationshintergrund. Erst sieben Jahre später werden die wahren Täter enttarnt, die Rechtsterroristen des selbsternannten National-sozialistischen Untergrunds. Die Ermittlungen gegen die Opfer werden eingestellt, aber es haben sich tausende Seiten Ermittlungsakten angehäuft, die das skandalöse Vorgehen der Behörden dokumentieren.

Der Kölner Filmemacher Andreas Maus hat Zugang zu diesen Akten und dokumentiert die Originalverhöre der Opfer und Ermittler in seinem Film. Die Befragungen der Bewohner der Keupstraße werden aus den Originalprotokollen der umfangreichen Ermittlungsakten mit Schauspielern szenisch nachgestellt und es wird deutlich, dass von Seiten der Behörden und Ermittler nur die Überführung der Opfer als Täter in Frage kam. Ein ausländerfeindliches Motiv wurde nie in Betracht gezogen.

Auf eindrückliche Weise zeigt DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRASSE wie tiefgreifend der Bombenanschlag, aber auch die Verdächtigungen danach, das Leben im Kölner Stadtteil Mülheim erschüttert haben. So wie in Köln wurden auch in den anderen Städten, in denen der NSU gemordet hat, zumeist die Angehörigen und ihr Umfeld verdächtigt. Der Film eröffnet die Diskussion über die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf eine neue Art, nämlich aus der Perspektive der Betroffenen.


Land: D
Entstehungsjahr: 2016
Regie: Andreas Maus
Buch: Andreas Maus, Maik Baumgärtner
Filmlänge: 92 Min.
FSK: O

Eintritt: Frei

 

Hinweis:

Zutritt nur mit 3 G.
Beim Eintritt muss der Nachweis über geimpft, genesen oder ein zum Zeitpunkt des Einlass max.48 Stunden alter Antigen-Schnelltests zusammen mit einem amtlichen Ausweispapier vorgelegt werden.
Der Antigen-Schnelltest muss von einer offiziellen Teststelle durchgeführt werden. Ein "Selbsttest" ermöglicht keinen Zutritt zur Veranstaltung!
Es gilt Maskenpflicht ( mindestens medizinische Maske ).
Am Sitzplatz kann die Maske abgenommen werden.

 

  • Bahnhof Langendreer
  • Wallbaumweg 108
  • 44894 Bochum
  • Tel 0234 / 687 16 10
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