Hormuth redet Klartext. Und wenn er dabei mal lauter werden muss, liegt das nicht an ihm,
sondern an diesen Zeiten, in denen jede Menge Leute durcheinander schreien, denen man
mal ordentlich den Marsch blasen möchte.
Reichsbürger, die keine Steuer zahlen wollen, weil die BRD nicht existiert. Abendlandretter,
die Angst haben, demnächst auf ihrem Lottoschein statt Kreuzen nur noch kleine Halbmonde
machen zu dürfen. Politiker, die Freihandelsabkommen durchdrücken, damit wir nach der
WC-Ente endlich auch das Chlorhühnchen bekommen. Und eingefleischte Veganer, die
neuerdings Vegetarier gefressen haben.
Die, und noch mehr, packt Hormuth verbal am Schlafittchen und schüttelt sie durch, bis man
über sie lachen kann. Er serviert überraschende Wahrheiten als knackige Pointen in den
Geschmacksrichtungen „bitter" und „süßsauer".
Zwischendurch haut er abwechselnd in die Tasten oder auf den Buzzer. Letzteres, um mit
seinem akustischen Notaus-Brummer für Ruhe zu sorgen. Und Ersteres, um mit seinen
legendär schmissigen Song-Ohrwürmern gleich wieder einzuheizen.
Verbraucherhinweis für Allergiker: Dieser Abend kann Meinung enthalten.
Frederic Hormuth hat Ende der Neunziger bereits mehrere wichtige Preise gewonnen, unter
anderem beim Passauer Scharfrichterbeil, dem Münchner Kaktus oder dem Schwarzen
Schaf vom Niederrhein. 2015 gewann er in Bayern den seit 20 Jahren vergebenen
"Hallertauer Kleinkunstpreis".