Namibia: Völkermord verjährt nicht

Mo 28. Oktober 2013

19:00 Uhr

Kategorie:Vortrag + Diskussion
Raum:Studio 108
Namibia: Völkermord verjährt nicht | Ida Hoffmann zum Kampf um Entschuldigung und Entschädigung

Auch über 100 Jahre nach dem im heutigen Namibia von der deutschen Schutztruppe verübten Völkermord ist die Frage von Entschuldigung und Entschädigung ungelöst. Herero, Nama, Damara und San fordern, dass die Verbrechen vom deutschen Staat anerkannt werden. Bisher verweigerten staatliche deutsche Instanzen jedoch systematisch das Bekenntnis zu Verantwortung. Im September 2011 kam es zu einem diplomatischen Debakel: Bei der Rückgabe von 20 menschlichen Schädeln durch die Berliner Charité, welche während der deutschen Kolonialzeit aus Namibia nach Deutschland gebracht worden waren, verweigerte die Bundesregierung weiterhin eine Entschuldigung, eine Regierungsvertreterin bat stattdessen um „Versöhnung".

Ida Hoffmann gehörte damals zu nambibischen Delegation. Sie bemüht sich seit Anfang der 1990er Jahre um eine engere Verbindung der verschiedenen Nama-Gruppen. Von 2005-2010 war sie eines der sechs vom Präsidenten nominierten Mitglieder der Nationalversammlung. In dieser Zeit entwickelte sich ihr vehementes Engagement für die Aufarbeitung des kolonialen Völkermordes, die Forderung nach einer adäquaten Entschuldigung Deutschlands und nach Reparationen. Ida Hoffmann ist Vorsitzende des „Nama Technical Committee".

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Rundreise des Arbeitskreises Panafrikanismus München statt, der sie als Delegierte zum 4. Panafrikanismus-Kongress eingeladen hat.

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