Paco Ignacio Taibo II

Do 23. Januar 2014

19:00 Uhr

Kategorie:Lesung
Raum:Studio 108
Paco Ignacio Taibo II | Die Rückkehr der Tiger von Malaysia/El Retorno de los Tigres de la Malasia

In seinem Abenteuerroman (erschienen bei Assoziation A) erzählt Paco Ignacio Taibo II die alte Piratensaga der „Tiger von Malaysia" neu: Das getarnte Kriegsschiff »Mentirosa« durchpflügt die südchinesische See. An Bord sind fünfzig Seeleute und Haudegen, die in allen Sprachen Babylons sprechen. Ihr Kapitän ist der malaiische Prinz Sandokan, sein portugiesischer Freund Yanez de Gomara steht ihm zur Seite. Sie überfallen Schiffe, um Sklav*innen zu befreien und gegen die Kolonialmächte zu kämpfen. So geraten sie in den Kampf gegen einen geheimnisvollen und mächtigen Feind, der die Dörfer Borneos niederbrennt und die jungen Männer entführt. Die „Tiger" verfügen jedoch über ein weit verzweigtes Netzwerk von Unterstützer*innen auf dem Festland - von der chinesischen Mafia bis hin zu Bettlern...Taibos Piratenroman ist eine Hommage an den italienischen Autor Emilio Salgari und seine sagenumwobenen Figuren Sandokan und Yanez de Gomara, die als Freibeuter im 19. Jahrhundert die Meere befuhren. Taibo schreibt ihre Geschichte fort und stellt ihnen Mitkämpfer zur Seite, deren gemeinsames Kennzeichen die Bereitschaft ist, sich den herrschenden Mächten ihrer Zeit entgegenzustellen. Salgaris Helden werden bei Taibo zu den antiimperialistischen Helden seiner Kindheit, die den europäischen Kolonialismus herausfordern. Dabei verfremdet er das literarische Vorbild durch einen liebevoll ironischen, spielerischen Umgang mit den Stereotypen des Genres. Taibo erlaubt sich zahlreiche Freiheiten und führt verschollene Briefe Friedrich Engels', eine Überlebende der Pariser Kommune, den Bösewicht der Sherlock-Holmes-Romane, Old Shatterhand und weitere bekannte fiktive und historische Persönlichkeiten ein.

Paco Ignacio Taibo II (*1949 in Gijón) emigrierte als Kind mit seinen Eltern nach Mexiko. Er studierte Literatur, Soziologie und Geschichte und arbeitete als Journalist, Universitätsdozent und Sachautor. Taibo politisierte sich in der blutig niedergeschlagenen Studentenbewegung 1968. Seine Reaktion auf das Massaker war – permanente Oppostion. Er ist bis heute den Protestbewegungen Mexikos in Solidarität verbunden. Taibo gilt als Begründer des neuen lateinamerikanischen Kriminalromans, der Stilmittel des Abenteuerromans, Politthrillers und Krimis miteinander verbindet. Weltweit bekannt wurde er durch die Figur des unabhängigen Detektivs Héctor Belascoarán Shayne, der im Großstadtdschungel von Mexiko-Stadt Ermittlungen durchführt, die ihn immer wieder in einen Sumpf von Korruption und politischer Repression führen. Als Historiker hat er sich u.a. durch die Maßstäbe setzenden Biografien von Ernesto Che Guevara und Pancho Villa ausgezeichnet. 

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